MBA Studium – Voraussetzungen und Unterschied zum Master

Klassischer Master oder MBA – was sollten Sie wissen?

Soll es der Master of Business Administration (MBA) sein oder reicht auch ein klassischer Master Abschluss? Sind der Bachelor geschafft oder erste Berufserfahrung gemacht, stehen viele Master-Studenten in spe vor dieser Wahl. Was ist gefragt, wo liegen die Unterschiede und welcher Abschluss ist nun der Richtige? Fakten zum weiterführenden Studium.

MBA oder Master – wohin soll die Reise gehen?

Wer sich aktuell nicht zwischen MBA und Master entscheiden kann, sollte sich die Frage stellen: Welches Studium vermittelt mir die Kenntnisse und Fähigkeiten, die ich für meinen geplanten Karriereweg unbedingt brauche? Möchte ich mich auf eine bestimmte Fachrichtung fokussieren und wo sehe mich künftig als Experte? Oder möchte ich lieber das große Ganze managen?

Haben Sie dies für sich herausgefunden, ist die erste Hürde schon genommen. Am Ziel ist man aber dennoch nicht. Nun steht die Auswahl der Universität oder Business-School an. Mitunter nicht einfach, denn besonders beim MBA zählt nicht nur der Titel. Für Arbeitgeber ist vor allem wichtig, wo der Abschluss gemacht wurde. Und es gibt einige Voraussetzungen.

Voraussetzungen für Master und MBA – was ist wichtig?

Generell ist ein Master Studium kein Spaziergang. Egal ob klassischer Master oder MBA – es zählen Zielstrebigkeit, Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen. Insbesondere einen MBA sollten nur diejenigen aufnehmen, die über Monate oder Jahre hinweg die Motivation aufbringen, zusätzlich zum Arbeitsalltag noch Zeit und Kraft fürs Lernen zu investieren.

Zulassung zum Master Studium

Soll nach erfolgreichem Bachelor Studium ein klassischer Master Studiengang folgen, gibt es einige Voraussetzungen. Der Bachelor Abschluss bringt nicht automatisch  einen Anspruch auf einen Master Studienplatz. Je nach Hochschule unterscheiden sich die  Aufnahmebedingungen für Ihre Zulassung. Diese können von der Abschlussnote über Empfehlungsschreiben bis hin zum Auswahltest reichen. Grundsätzlich muss der Bewerbung eine beglaubigte Kopie des Bachelorzeugnisses beziehungsweise des ersten akademischen Abschlusses – Magister oder Diplom – beigefügt werden. Für ausländische Bewerber ist ein Nachweis deutscher Sprachkenntnisse erforderlich, bei weiterbildenden Masterstudiengängen der Nachweis über studienrelevante Berufserfahrung.

Wichtig: Nicht immer ist die Zulassung zum Master Studium beschränkt. Viele Hochschulen bieten zulassungsfreie Masterstudiengänge an, für die Sie lediglich den Abschluss eines Studiums wie Bachelor oder Magister nachweisen müssen.

Zulassung zum MBA

Anders sind die Voraussetzungen beim Master of Business Administration. Für fast alle deutschen MBA Studiengänge wird ein erster Hochschulabschluss, also Bachelor, Diplom, Magister oder ähnlichem erwartet. Nicht selten sollte dieser erste Studienabschluss 210 ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) als Anerkennung von Studienleistungen umfassen. Absolventen eines Bachelors mit 180 ECTS können sich aber mitunter ihre Berufserfahrung anrechnen lassen. Allerdings gibt es auch MBA-Studiengänge, die Sie ohne Erststudium aufnehmen können.

Eine weitere Voraussetzung zum MBA Studium ist die Berufserfahrung. In der Regel wird mindestens ein Jahr Praxiserfahrung im Job gefordert, teilweise sind bis zu fünf Jahren Berufspraxis Bedingung zur Aufnahme. Hinzu kommen Sprachkenntnisse: Da auch viele MBA an deutschen Hochschulen einen Großteil ihrer Studieninhalte in Englisch vermitteln, sind gute Fremdsprachenkenntnisse unabdingbar. Diese müssen oft in Test wie TOEFL oder IELTS mit einer bestimmten Punktzahl nachgewiesen werden.

Eine Vielzahl von Hochschulen mit höherwertigem MBA führen zudem Assessment Center durch. MBA Bewerber müssen dabei beispielsweise ein Interview mit der Zulassungskommission bestreiten oder zusammen mit anderen Bewerbern ein Projekt lösen und präsentieren. Auch werden bei hochkarätigen MBA-Programmen oftmals Empfehlungsschreiben als „Letter of Recommendation“ sowie selbst verfasste Motivationsschreiben gefordert.

MBA und Master – wo liegen die Unterschiede?

Neben den unterschiedlichen Zulassungsvoraussetzungen gibt es zahlreiche weitere Unterschiede zwischen Master und MBA.

Der klassische Master gehört zu den konsekutiven Studiengängen. Er ist also inhaltlich auf das vorherige Studium abgestimmt und baut fachlich darauf auf. Das Studium ist somit in der Regel forschungsorientiert. Wer einen Master macht, hat meist noch keine Berufserfahrung. Ziel ist es, das Wissen in einem bestimmten Bereich zu erweitern. Dennoch können Sie sich spezialisieren und später als ExpertIn in ihrem Fachgebiet arbeiten oder eine Promotion anschließen.

Anders ist dies beim MBA Studium: Wer einen MBA draufsattelt, wird eher Generalist als Spezialist. MBA Studiengänge haben meist vor allem das Ziel Management-Kenntnisse zu erwerben, um später eine Führungsrolle in einem nationalen oder internationalen Unternehmen zu begleiten. Hier stehen auf dem Stundenplan grundlegende theoretische und analytische Kenntnisse – etwa in Entrepreneurship, Operations oder Human Resources. Genauso sollen aber auch Führungs- und Verhandlungstechniken sowie interkulturelle Kompetenzen die Absolventen fit für die Chef Etage machen. Im Fokus steht vor allem auch die Praxis, schließlich möchten MBA-Absolventen vor allem eines: ihr Wissen aus dem Studium zusammen mit der Berufserfahrung möglichst schnell im Arbeitsalltag anwenden. So sind es meist Ingenieure, Naturwissenschaftler, Juristen, Ärzte oder Geisteswissenschaftler, die sich für einen MBA entscheiden.

„Der MBA setzt auf Teamwork und interaktive Unterrichtsformen, während Master Studiengänge mit klassischen Vorlesungen und Seminaren eher wissenschaftlich ausgerichtet sind.“

Der Master of Business Administration ist als Master somit ein Sonderfall. Das postgraduale Studium ist nicht nur inhaltlich ganz auf die Karriere ausgerichtet. An den Top-MBA-Schulen in Deutschland und weltweit gibt es zudem riesige Alumni-Netzwerke, die dafür sorgen, dass Teilnehmer nach ihrem Studium einen gut bezahlten Job finden. Denn ein wichtiger Beweggrund vieler MBA Studierender ist ebenso die Aussicht auf ein höheres Gehalt im Top-Management. Dabei sollte man nicht übersehen: Auch ein klassischer Master-Abschluss qualifiziert in der Regel für ein höheres Gehalt.

MBA-Programm vs. Klassischer Master – Zeit und Kosten vergleichen?

Den Zeitaufwand und die Kosten beider Studienvarianten zu vergleichen, das macht durchaus Sinn:

Faktor Zeit

Die Länge des jeweiligen Programms hängt auch davon ab, wo Sie Ihren MBA oder Master absolvieren. MBA-Programme laufen in den USA in der Regel über zwei Jahre, während in Europa eher 12 bis 18 Monate ausgeschrieben sind. Dagegen dauern viele Master-Studiengänge beispielsweise in Deutschland zwei Jahre und enthalten ein Praxissemester sowie ein Semester für Ihre Thesis. In England dagegen dauert ein Master wiederum meist nur ein Jahr. Sowohl MBA als auch Master haben zudem viele Optionen für Online- und Teilzeitkurse, die mit bis zu fünf Jahren meist deutlich länger dauern.

Studienkosten

Wenn Sie sich für einen MBA oder Master interessieren, werden Ihnen vor allem Unterschiede bei den Studienkosten auffallen. MBA Studiengänge verursachen oft mehr Kosten als ein klassisches Masterstudium. Bei genauerer Betrachtung liegt dies allerdings nicht an MBA oder Master selbst, sondern an den entsprechenden Hochschulen und Studienformen. Eine Vielzahl an MBA Studiengängen wird von privaten Hochschulen angeboten, die meist höhere Studiengebühren erheben. Aber auch die MBA-Angebote staatlicher Hochschulen sind mit deutlich höheren Gebühren im Vergleich zum normalen Master-Abschluss versehen.

Das hat durchaus Gründe: Da sich ein MBA Studium in erster Linie an Berufstätige richtet, sind viele MBAs berufsbegleitend konzipiert – beispielsweise als MBA Fernstudium oder Online-MBA. Im Vergleich dazu werden Master Studiengänge in großer Vielzahl noch immer als klassische Vollzeit-Variante angeboten. Vielerlei Faktoren bestimmen dabei die exakten Studiengebühren: Inhalt und Länge des Studiengangs, Ruf und Reputation der Hochschule, nationale oder internationale Ausrichtung. Auffällig ist jedoch, dass besonders berufsbegleitende Studiengänge auch hohe Studiengebühren mit sich bringen. Mit einer guten Finanzierung des Studiums investieren Sie allerdings ein Leben lang in Ihre eigene Zukunft.

Klassischer Master vs. MBA - die Fakten im Überblick

Was sind also die harten Fakten, die allgemein auf MBA oder Master zutreffen? Folgende Tabelle listet die wichtigsten für Sie auf. Natürlich kann je nach Studiengang beispielsweise noch ein Sprachnachweis in Form von TOEFL/ILTS, eine Mindestzahl an Credit Points eines bestimmten Fachgebiets vorausgesetzt werden oder dergleichen. Daher sollten Sie bei Interesse an einem bestimmten Studiengang die jeweiligen Voraussetzungen und Inhalte im Detail genau überprüfen:

Klassischer Master Master of Business Administration
Hochschulabschluss zweiten akademischen Grades Hochschulabschluss zweiten akademischen Grades
Setzt einen ersten Hochschulabschluss (Bachelor, Magister etc.) voraus Setzt einen ersten Hochschulabschluss sowie mehrere Jahre Berufserfahrung voraus
Wird in Vollzeit, als berufsbegleitendes Präsenzstudium, Fernstudium sowie duales Studium angeboten Üblicherweise als berufsbegleitendes Präsenz- oder Fernstudium konzipiert, selten als duales Studium
Intensive Auseinandersetzung mit einem Fachgebiet mit Ziel Spezialist Generalistische Management-Ausbildung, gegebenenfalls mit Schwerpunktsetzung
Spätere Karriere selten genau vorgezeichnet Absolventen übernehmen für gewöhnlich eine gehobene Position im Management

Wo liegen die Vorteile bei Master und MBA?

Neben allen Unterschieden lassen sich bei klassischem Master und Master of Business Administration durchaus Vorteile erkennen:

Masters Degree: Ein Master-Programm ist in der Regel für Interessenten gedacht, die bereits wissen, was sie interessiert und die sich daher auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisieren möchten. Ein Master ermöglicht es Ihnen, nach einem Grundstudium weiteres Know-how in einem Fachbereich aufzubauen und die Karriereleiter in diesem Bereich nach oben zu klettern.

MBA: Beim MBA-Programm finden hingegen meist Studierende, die aus ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen kommen und ihre angewandte Berufserfahrung aus verschiedenen Geschäftsfeldern teilen können. MBA’s sind gut und interessant für all jene, die ihren Karriereweg wechseln, eine Führungsposition einnehmen oder Unternehmer werden wollen. Somit finden Sie im MBA-Studium oft Anwärter aus den Bereichen Ingenieurswesen, Automobilbranche, IT und vielen anderen, die mit dem Studium eine Führungsposition oder Projektleitung anstreben. Im Unterricht werden vor allem Case Studies behandelt – hier kommen Ihnen die unterschiedlichen Erfahrungswelten der Studenten sehr zu Gute. Zudem haben Sie die Möglichkeit, im MBA-Studium ein professionelles Netzwerk aufzubauen.

Fazit: MBA oder Master – wofür soll ich mich entscheiden?

Bei aller Recherche und Information bleibt für viele Interessenten meist die gleiche Frage: MBA oder Master – wofür soll ich mich entscheiden? Eine Frage, die auch wir Ihnen letztlich nicht abnehmen können. Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte, anhand derer Sie sich orientieren können und sollten:

Ein MBA Studium eignet sich für Berufstätige mit dem Wunsch nach mehr Verantwortung und Aufstieg im Job. Das MBA Studium vermittelt Ihnen grundlegende Kenntnisse aus Management und Wirtschaft, um Sie auf eine entsprechende Position intensiv vorzubereiten. Wer beispielsweise im Handel arbeitet und zum Abteilungsleiter, wenn nicht sogar Regionalleiter aufsteigen will, für den eignet sich ein MBA Studium hervorragend.

Ein klassisches Masterstudium ist für diejenigen geeignet, die noch tiefer in die fachliche Materie ihres Bachelorstudiums eintauchen wollen. Sie spezialisieren sich intensiv auf ein Spezialthema oder werden zum allgemeinen Experten ihres Fachgebiets. Die klassische Karriere nach dem Master gibt es nur in wenigen Fällen. Oftmals kommt es hier zusätzlich auch auf Ihre eigenen Interessen und Fähigkeiten an, wohin Sie sich beruflich nach dem Studium bewegen.

Tipp: Egal ob Gehalt, Position oder Titel – am wichtigsten bei der Studienwahl sind Ihre persönlichen Beweggründe. Möchten Sie Experte der Finanzwirtschaft werden aus Freude an Zahlen? Werden Sie Forscher, weil Sie Biologie studiert haben und Ihre intrinsische Neugier Sie antreibt? Möchten Sie sich und Ihre Familie eine gute Zukunft ermöglichen und mittels Studiums die Karriereleiter weiter emporsteigen? All dies und vieles mehr können Beweggründe sein. Am Ende sollten sie aber stets sorgfältig und konkret durchdacht werden.